Rambach

In den Jahren 1856/58 und 1913 fanden Archäologen für nassauische Altertumskunde bei Ausgrabungen in den nordöstlich des heutigen Sportplatzes gelegenen Hügelgräbern verschiedene jahrhundertealte Utensilien (zu sehen im Museum Wiesbaden, Abtlg.: Nass. Altertümer, bes. Hallstattepoche). Bei den Hügelgräbern handelt es sich um eine vorchristliche Begräbnisstätte für Urnen. Wissenschaftler schätzen das Alter dieser Begräbnisstätten, der wohl ältesten nachweisbaren Rambacher Besiedlung, auf über 2000 Jahre. Obwohl also die Gegend schon sehr früh besiedelt war, wird Rambach erst im eppsteinischen Lehensverzeichnis (von 1250 - 1260 erstellt) erwähnt. Vom Lehensherrn Gerhard III. hatte Lutherus de Maretrode ein Lehen in Rambach. 1264 erscheinen im Zinsregister von Kostheim, des Klosters Altenmünster zu Mainz, als Zinsleute Heinricus und Cunradus de Rambach. Etwa am Ende des 12. Jh. oder am Anfang des 13. Jh. könnte Rambach durch Neuordnung im alten Königsundergau entstanden sein. Unser Ort ist aus zwei Grundherrlichkeiten hervorgegangen, die eine im unteren Tal, die andere im oberen Teil des Dorfes. Jedes der beiden Dörfer hatte ein eigenes Gericht. Dies läßt allerdings auf zwei Gründungszeiten schließen.
In der Mitte des 13. Jh., wahrscheinlich schon früher, hatten die Herren von Eppstein im unteren Dorf verschiedene Besitzrechte, Güter, Einkünfte, den Kirchzehnten, sowie das Gericht. Durch sie erfolgte um 1200 der Bau eines Wachtturms am heutigen Stadort der evangelischen Kirche. Auch die Herren von Frauenstein besaßen Grundstücke in beiden Teilen, sowie das Gericht im oberen Dorf. Im Jahre 1344 (Urkunde vom 1.Mai) wurde Rambach urkundlich zum erstenmal erwähnt. Nach der Urkunde versetzten Gottfried von Frauenstein, Ritter und seine Frau Grede ihre genannten Gülten und Zinsen zu Rambach (zum Obern dorff Rambach und in dem anderen dorff Rambach) und das Gericht daselbst für 56 Pfund Heller an Graf Gerlach von Nassau und seine Frau Irmgard.
Aufgrund einer Entscheidung der Wiesbadener Schöffen im Jahre 1363 erscheinen die nassauischen Leute aus dem oberen Dorf im Jahre 1367 als Märker. 1369 überließ Graf Adolf (nassau-idsteinische Linie) seine Leibeigenen in Born (Schloßborn) Eberhard 1. von Eppstein, wofür dieser ihm das Dorf Rambach (Ober- und Unterdorf) abtrat. Im Jahre 1441 (Urkunde vom 14.Februar) übertrug Gottfried VIII. (IX.), Herr zu Eppstein, die eppsteinischen Rechte und Leibeigenen zu Rambach mit allen Zugehörungen, dem Gericht den Zehnten, Zinsen, Gülten, Beden, Atzung, Schatzung, Wasser, Felder, Weiden, Wälder sowie der Mark an Graf Johann zu Nassau. Damit waren nun die beiden Dörfer Ober-Rambach und Unter-Rambach, in nassauischem Besitz. Im Jahre 1524 kam dann die ganze Gemeinde gegen einen Jahrzins von 6 Gulden in den Genuß der Märkerrechte. Wo die beiden Dörfer angesiedelt waren, ist urkundlich nicht belegt. Durch die Vereinigung aller Grafschaften entstand am 30. August 1806 das unabhängige Herzogtum Nassau. Dieses fiel nach dem Kriege 1866 an Preußen. Heute zählt das ehemalige Herzogtum Nassau zum Bundesland Hessen.
Die Herkunft des Namens Rambach ist sehr umstritten. Die einen wollen darin den Namen "HRAM" erkennen, der Name eines Franken, der sich als erster in der Rodungssiedlung niedergelassen hat. Andere wiederum vermuten, daß der Ort seinen Namen von "HRABAN" = Rabe habe; dies würde bedeuten: Rambach am Bach der Raben gelegen. Der zweite Ursprung wird als reine Phantasie bezeichnet, in Rambach gab es nie Raben...
Als drittes soll er vom Familiennamen der Zinsleute eines Mainzer Klosters, Henricus und Conradus de ,,Rombach", abgeleitet sein.