Heßloch

Heßloch - Unsere Heimat

Von Alfred Schreiber
Der Name Heßloch scheint von einem Walde Heseloch, der 1221 gelegentlich einer Begrenzung der seinerzeitigen Fronhube (Fronhof) Bierstadt genannt wird, abgeleitet zu sein. Es muß sich dabei um einen Wald mit Haselnußsträuchern gehandelt haben, denn aus den Worten "Hasel und Loch", in dem alten Sinn von Buschwald (Lob), kann der Name zusammengesetzt sein.
Das Dorf Heßloch wird erstmalig im Jahr 1252 genannt - muß aber schon bestanden haben - im Zusammenhang mit dem St. Jacobs-Kloster in Mainz, das bereits hier Gefälle (Besitzrechte) hatte und deretwegen mit dem Ritter Gottfried von Biegen von 1252 bis 1257 im Streit lag. Der erste Nachweis einer Besiedlung Heßlochs dürfte eine Urkunde aus dem Jahr 1393 sein, in der es heißt: "Hanmann (Herrmann) von Heseloch und Katharina seine Wirthin (Frau) bekennen, daß die Ritter Johann von Soneck und Lise seine Wirthin, Johann von Hirts(en)hain, Else seine Wirthin, Walther von Cronenberg (Kronberg) und Getze seine Ehefrau ihnen alle ihre Güter zu Lindau bei Sonnenberg (Lindenthaler Hof) zu Erblehen gegeben haben gegen einen jährlichen Zins von dreißig Maltern Korn und Fuder Wein. Dietrich Hudt von Sonnenberg hat sein Siegel angehängt. D. 1393 ipsa die Vincule Petri".

 

Seit 1728 gingen die Heßlocher Kinder in die hiesige Schule. Wegen der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ständig steigenden Schülerzahl behob man die herrschende Schulraumnot durch den Bau einer Schule in der heutigen Steinkopfstraße 12. Sie diente auch lange Zeit als Rathaus, Wahllokal und Kindergarten. Selbst die im Jahr 1910 eingeweihte einklassige Schule mit Lehrerwohnung in der heutigen Hirschgartenstraße ließ bei einer nie wieder erreichten Höchstzahl von 71 Schülern noch viele Wünsche offen, obwohl sie vom Aussehen her noch heute ein Schmuckstück im Ortsbild ist. Ostern 1963 trat aus pädagogischen Gründen eine bedeutende Änderung des Schulwesens ein Die Schule in Heßloch wurde aufgelöst. Wie vor 235 Jahren müssen seitdem die Kinder der 1. bis 4. Klasse wieder nach Kloppenheim in die Grundschule, nur mit dem Unterschied, daß sie jetzt mit dem Autobus dorthin gefahren werden. Die älteren Schüler können -je nach Begabung - die Haupt-, Real- und höheren Schulen in Bierstadt und Wiesbaden besuchen.

Von den vier in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hier vorhandenen Gastwirtschaften ist bis heute nur eine erhalten geblieben. Bereits im Jahr 1900 schloß die erste, die sich im Besitz des Maurer- und Bürgermeisters August Stubenrauch in der heutigen Vogelsangstraße 16 befand. Das zweite Gasthaus, mit dem letzten Besitzer August Diels, an der Ecke Vogelsang-/Wiesentalstraße, wurde 1938 geschlossen. Schließlich stellte im Jahr 1955 das in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Johann Andreas Hermann gegründete und später ,,Hermannshof" benannte Lokal seinen Betrieb ein. Nur die seit 140 Jahren bestehende und sich seit rd. 100 Jahren im Besitz der Familie Kilian befindende Gastwirtschaft und Speiserestaurant "Grüner Wald" lädt auch heute noch zum gemütlichen Verweilen ein.