Erbenheim

Erbenheim steht auf geschichtsträchtigem Boden. Archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, wie dicht besiedelt das Gebiet rund um den Wäschbach schon in früher Zeit, bereits 5000 Jahre vor Christus, gewesen ist.
Vom zweiten bis vierten Jahrhundert nach Christus siedelten auch die Römer im Erbenheimer Gemarkungsgebiet. Zahlreiche römische Funde und die in der Erbenheimer Gemarkung lokalisierten römischen Gutshöfe, die entlang des Wäschbachs lagen, deuten darauf hin, dass die Römer hier bis ins späte vierte Jahrhundert nach Christus ansässig waren. 927 wird Erbenheim zum ersten Mal in der auch für einige andere Wiesbadener Vororte bedeutungsvollen Urkunde für St. Ursula in Köln erwähnt. 1423 verleiht Kaiser Sigismund Erbenheim die Stadtrechte. Nach dem 30-jährigen Krieg entwickelte sich Erbenheim zu einer landwirtschaftlich bedeutungsvollen Gemeinde, in der auch Weinanbau und sehr viel Schafzucht betrieben wurde.
Bereits im Mittelalter entstand der starke Turm der evangelischen Pauluskirche in Alt-Erbenheim. 1834 bis 1835 wurde das heutige "Erbenheimer Rathaus" zunächst als Schule erbaut und wurde dann ab 1926 als Rathaus genutzt. Die "neue" Schule, heute Justus-von-Liebig-Schule, wurde 1900 erbaut.

 

Die großen Erbenheimer Gastwirtschaften waren nicht für den Wiesbadener, sondern auch für die Bürger der umliegenden Ortschaften stets große Anziehungspunkte. Nicht zuletzt deshalb, weil die Besucher der 1907 bis 1910 entstanden Rennbahn nach den berühmten Erbenheimer Pferderennen gerne noch zu einem Schoppen einkehrten. Die Erbenheimer Rennbahn wurde 1910 eröffnet und 1929 zum Zivilflughafen umfunktioniert.

 

Die elektrische Straßenbahn verkehrte erstmals 1906 zwischen Wiesbaden und Erbenheim und im Oktober 1908 konnte erstmals elektrisches Licht eingeschaltet werden. 1937 wurde der Straßenbahnbetrieb wieder eingestellt und Omnibusse übernahmen fortan die Personenbeförderung. 1928 erfolgt die Eingemeindung zur Stadt Wiesbaden.